Die deutschen Medien und der Nahostkonflikt

Diesen Text habe ich im Juli 2012 als Kommentar unter einen Webartikel gesetzt, um die zunehmende Israelfeindschaft im Bezug auf den Konflikt mit dem Iran in der deutschen Medienöffentlichkeit zu kommentieren.

Israel hat kein Interesse an einem Krieg im Nahen Osten. Seine Militär- und Sicherheitsexperten haben oft genug klar gemacht, dass eine schnelle Zerstörung der iranischen Militäranlagen illusorisch ist. Und so, wie die weltpolitische Situation zur Zeit ist, würde ein militärisches Vorgehen drohen, den jüdischen Staat in die internationale Isolation drängen. Der einzige Grund, warum die militärische Option noch so offen auf dem Tisch steht, ist der, dass die derzeitige Regierung dort die Drohkulisse aufrechterhalten will, da sie immer noch hofft, den Iran durch Drohungen zum Einlenken zu bringen.

Denn auch der Iran hat kein Interesse an einem Krieg. Innenpolitisch ist das Mullahregime so instabil wie lange nicht mehr und kann sich ein solches Risiko zur Zeit nicht leisten. Zumal es militärisch Israel in keinster Weise gewachsen ist.

Auch die USA kann kein Interesse an einem Krieg haben. Die letzten Versuche waren ein Desaster für die ehemalige Supermacht, ihr weltpolitische Einfluss ist auf einem Tiefpunkt und die Bevölkerung kriegsmüde wie nie. Gerade für Obama, der vor allem ja auch als “Friedenspräsident” gewählt wurde, wäre ein Nahostkrieg unter US-amerikanischer Beteiligung der politische Bankrott.

Die einzigen, die von einem Krieg zwischen Israel und dem Iran profitieren würden, sitzen in Deutschland. Für die Bundesrepublik bildet die Rüstungsindustrie einen der wichtigsten Wirtschaftszweige und sie ist auch eine der wichtigsten Waffenlieferanten von diversen Staaten im Nahen Osten.
Es ist insofern nicht erstaunlich, das Deutschland als eines der wenigen westlichen Länder den Boykott des Irans nicht mitgetragen hat. Würde der Iran einlenken, würde sich die politische Situation entspannen. Entspannt sie sich, werden weniger Waffen gekauft, auch aus Deutschland. Verschärft sie sich jedoch, im Extremfall bis zum Krieg, werden die Nahoststaaten wesentlich mehr Waffen kaufen, vor allem natürlich beim “Exportweltmeister” Deutschland.

Es sollte daher ebenso nicht überraschen, dass die Redakteure der großen deutschen Medienkonzerne, die von Regierungspolitikern und Wirtschaftsunternehmern regelmäßig zu Banketten und Geburtstagsfeiern geladen werden, einen neuen Nahostkrieg geradezu herbeizuschreiben versuchen.

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