Drei Thesen zur Griechenland-Krise und Deutschland

Erstens: Deutschland ist mitverantwortlich an der Griechenland-Krise

Die Banken, von denen Griechenland seinerzeit einen großen Teil der Darlehen genommen haben, die sie nun nicht zurück zahlen können, waren vor allem deutsche Banken. Dass Athen nicht in der Lage sein würde, die Kredite zurück zu zahlen war damals bereits absehbar. Die Banken haben aber dennoch mit ihnen Geschäfte gemacht, wohl weil sie wussten, dass die deutsche Regierung ihnen im Zweifelsfall den Rücken freihalten würde. Und tatsächlich: Als diese Banken aufgrund ihrer schlechten Geschäftspraktiken bankrott zu gehen drohten, wurden sie mit Milliarden deutscher und EU-Gelder gerettet. Als die Banken Griechenlands wenige Jahre später das gleiche Schicksal ereilten, wurden sie ihren Schicksal überlassen.

Zweitens: Deutschland profitiert von der Griechenland-Krise

Als exportorientiertes Land, das in erster Linie an Länder außerhalb der Euro-Zone verkauft, braucht es natürlich eine schwache Währung. Denn so können ihre amerikanischen und asiatischen Kunden günstiger (und damit mehr) deutsche Autos und Panzer erstehen, ohne dass die deutschen Verkäufer dadurch weniger Profite machen würden. Das Problem dabei ist natürlich: Je mehr Deutschland verkauft, desto mehr würde eigentlich auch der Wert der Währung steigen und damit ihre zukünftigen Profite sinken. Es sei denn, der Wert der Währung sinkt gleichzeitig aus einen anderen Grund, zum Beispiel durch den wirtschaftlichen Niedergang anderer Eurozonen-Staaten!

Daraus folgt, drittens: Der Ruin Griechenlands ist Ziel der deutschen EU-Politik

Das heißt auch, dass es, solange die deutsche Politik und Wirtschaft die EU dominieren, es keinen Schuldenerlass für Griechenland geben wird und auch kein Ausscheiden des Lands aus dem Euro, da beides den deutschen Interessen nicht entspricht. Und das bedeutet wiederum, dass die Kommentare deutscher Politiker zur Krise noch viel zynischer sind, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.

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